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Dieter Georg, Reiner Brand, Dietmar Graupner, Uwe Lorenz, Gerhard Hahnel, Christoff Ziegenbalg (Rennfahrer)
Jürgen Müller: Schleizer Dreieckrennen - Die Ergebnisse (Buch)
Angelika Schalle
Steffen Enke
Formel 3 Guide
Helga Heinrich:
Die Rennamazone aus dem Vogtland (Buch)
Motorsport in der DDR 1972
1990 1989 1988 1987 1986 1985 1984 1983 1982 1981 1980
1979 1978 1977 1976 1975 1974 1973 1972 1971 1970
DDR Meisterschaft 1972
Tourenwagen A bis 850 ccm Pokal des Präsidiums des ADMV
1 Kramer,Frieder Zwickau 15
2 Aßmann,Helmut Gotha 11
3 Dammann,Gerhard Gotha 8
Rennwagen C9 bis 1600 ccm LK I DDR-Meisterschaft
1 Melkus,Heinz Post Dresden 22
2 Melkus,Ulli Post Dresden 22
3 Küther,Wolfgang Betonwerk Dresden 16
4 Krause,Klaus-Peter Gotha 15
5 Berger,Manfred Wolfen-Bitterfeld 14
6 Krug,Wolfgang Grossenhain 14
7 Käppler,Jürgen Brand Erbisdorf 9
8 Lindner,Heiner Betonwerk Dresden 2
9 Bubenik,Siegfried Betonwerk Dresden 2
10 Hausmann,Frank Oschersleben 1
11 Pankrath,Dieter FSE Berlin 0
Gesamtwertung Sportwagen B5 bis 1150 ccm Pokal des Präsidiums des ADMV
1 Rädlein,Frieder Lockwitzgrund-Dresden 12
2 Anger,Joachim Zwickau 11
3 Heider,Rolf Lockwitzgrund-Dresden 9
Gesamtwertung Tourenwagen A bis 1300 ccm Pokal des Präsidiums des ADMV
1 Krause,Klaus-Peter Gotha 27
2 Zimmermann,Bernd Dresden 12
3 Guenther,Manfred Erfurt 10
Gesamtwertung Rennwagen Formel 3 bis 1600 ccm LK II Pokal des Präsidiums des ADMV
1 Thassler,Hartmut   Rackwitz-Delitzsch 19
2 Kuhn,Manfred Bernauer Schleife 18
3 Rolapp,Kurt Klosterfelde 15
4 Schmidt,Lothar FSE Berlin 15
5 Gallus,Christian Dresden 10
6 Klinger,Gunther Post Leipzig 7
7 Klotz,Kurt Betonwerk Dresden 4
8 Eschrich,Werner Gräfenroda 1
9 Schulz,Martin Klosterfelde 0
Bergpreis Mühlwand, 24.9.1972
Sportwagen
1. Frieder Raedlein DDR RS 1000
3. Rolf Heider DDR RS 1000
3. Helga Heinrich DDR RS 1000
Bergrennen Hundshagen (27.8.1972)
Serienwagen Klasse 11
3. Gerhard Hahnel DDR Wiehe-Trabant 601
Bergrennen Forstberg (17.9.1972)
Serienwagen Klasse 11 bis 600ccm
1. Gerhard Hahnel DDR Wiehe-Trabant 601
Serienwagen Klasse 12 bis 1000ccm
1. Winfried Staufenbiel Muehlhausen Wartburg
Spezialtourenwagen Klasse A21 bis 850ccm
1. Helmut Assmann Gotha Trabant 601
Rennsportwagen Klasse 62 bis 1150ccm
1. Joachim Anger Wilkau RS 1000
schnellster Lauf:
1. Klaus Guenther Erfurt RS 1000
Bergrennen Mühlhausen (17.9.1972)
1. Gerhard Hahnel DDR Wiehe-Trabant 601
17. Bernauer Schleife Rennen bei Berlin
27.-28.05.1972, 5.074km
Rennwagen formelfrei C9 DDR-Meisterschaft
15 Runden = 76,110 km, am Start 19 am Ziel 13
Wertung Rennen LK I, am Start 12, am Ziel 11
1 Melkus,Ulli DDR Dresden-Melkus Wartburg
2 Kuether,Wolfgang DDR BT Dresden-Melkus Wartburg
3 Pankrath,Dieter DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
4 Melkus,Heinz DDR Post Dresden-Melkus Wartb
5 Krause,Klaus Peter DDR Gotha-Melkus Wartburg 312
6 Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
7 Hausmann,Frank DDR Oschersleben-Melkus Wartburg
8 Bubenik,Siegfried DDR BT Dresden-Shiguli Eigenbau
9 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
10 Lindner,Dieter DDR Dresden-Melkus Wartburg
Wertung Rennen LK II, am Start 7, am Ziel 2
1 Kuhn,Manfred DDR Berlin-Fiat Eigenbau
2 Rolapp,Kurt DDR Klosterfelde-SEG Wartburg
schnellste Runde: H.Melkus 2:34,7=118,076km/h
Sportwagen B5 Klasse 62 bis 1300 ccm
10 Runden=50,740km, am Start 20 am Ziel 19
1 Heider,Rolf DDR RS 1000
2 Jakob,Norbert DDR RS 1000
3 Heinrich,Helga DDR RS 1000
4 Guenther,Klaus DDR RS 1000
5 Anger,Joachim DDR RS 1000
6 Geisendorf,Lothar DDR RS 1000
7 Doerrwald, DDR RS 1000
8 Raedlein,Frieder DDR RS 1000
9 Passehr,Heinz DDR RS 1000
10 Pocher,Lothar DDR RS 1000
11 Laetzsch,Manfred DDR RS 1000
12 Anacker,Siegfried DDR RS 1000
13 Schaefer,Axel DDR RS 1000
14 Haenisch,Johannes DDR RS 1000
15 Danielowski,Wilfried DDR RS 1000
16 Scholl,Ulrich DDR RS 1000
17 Hildebrand,Karl Heinz DDR RS 1000
18 Schoenbrodt,Ralf Achim DDR RS 1000
19 Gerlach,Gert DDR RS 1000
schnellste Runde: Heider - 2:48,3=108,533km/h
Tourenwagen Pokal des Präsidiums des ADMV der DDR
Wertung Gruppe A22 bis 1300ccm
am Start 9, am Ziel 9
1 Krause,Klaus Peter DDR Arnstadt-Wartburg 353
2 Zimmermann,Bernd DDR Dresden-Wartburg 353
3 Hommel, DDR Wartburg 353
4 Beyer,Volker DDR Leipzig-Wartburg 353
5 Findeisen,Peter DDR Lockwitzgrund-Wartburg 35
6 Nagelschmidt,Frank DDR Erfurt-Wartburg 353
7 Guenther,Manfred DDR Scheibenberg-Wartburg 353
8 Salomon,Walter DDR Eisenach-Wartburg
9 Sparwald,Juergen DDR -Wartburg 353
10 Zaenke,Juergen DDR -Wartburg 353
11 Kraft,Wolfgang DDR Berlin-Wartburg 353
Wertung Gruppe A22 bis 600ccm
am Start 14, am Ziel 11
1 Kramer,Frieder DDR Zwickau-Trabant 601
2 Tuengethal,Bernd DDR Trabant 601
3 Dammann,Gerhard DDR  Gotha-Trabant 601
4 Speich,Juergen DDR Graefentonna-Trabant 601
5 Assmann,Helmut DDR Gotha-Trabant 601
6 Koenig,Karl DDR Zwickau-Trabant 601
7 Regel,Georg DDR Gera-Trabant 601
8 Reschke,Klaus DDR Trabant 601
9 Georg,Andreas DDR Radeburg-Trabant 601
schnellste Runde:
1300ccm: Krause - 2:54,0=104,979km/h
600ccm: Kramer - 3:12,2=94,743km/h
Text aus IMS 7/72
Etwas Neues gab es bei den Rennwagen der Leistungsklasse I. Zwar hieß es im Programm noch "Formel 3", aber das traf in Bernau (und Bautzen) nur noch für die beiden Wagen von Käppler und Hausmann zu - und für die gesamte Leistungsklasse II. Alle anderen Wagen zählen nun den formelfreien Rennwagen der Klasse C9. Äußerlich fast unverändert, unterscheiden sie sich im wesentlichen durch den auf 60PS gedrosselten Wartburg-Motor - die Formel 3 hat bei unseren Wagen Motoren um 90PS.... Sie haben nun annährend gleiche Leistung, und sie wurden, um Benachteiligungen weites gehend auszuschließen, unter den interessierten Sportlern verlost. Das Ergebnis war ein sehr schönes Rennen, in dem vor allem die fahrerischen Leistungen den Erfolg bestimmte, und das fast ohne Ausfälle. Der einzige Wagen der hier auf der Strecke blieb, war ein echter Formel 3, und von den "Echten" der Klasse II kamen sogar nur zwei von sieben ins Ziel. Das Rennen aber, auf inzwischen abgetrockneter Piste, schien nicht die Spur langsamer als bisher in der Formel 3, und zwar vor allem auf Grund der stärkeren Drehkraft dieser Motoren über einen weit größeren Drehzahlbereich. Es wurde überlegen von Ullrich Melkus gewonnen, dem der Titelverteidiger dieser Klasse, Küther, folgte.
Das umfangreiche Programm des unter Rennleiter Kurt Hehne hervorragend organisierten Rennens sah zudem einen gemeinsamen Lauf von Serientourenwagen der Klasse 22 bis 1300ccm und 21 bis 850ccm vor, die beide gemeinsam gestartet wurden und deshalb interessante Schlüsse zuließen, und einen Lauf der Sportwagen des Types RS1000. In allen Läufen gab es faire und interessante Kämpfe. Die da am Streckenrand bei Regen und Kälte ausharrten, wurden von den Aktiven mit besten Leistungen reich belohnt.
©IMS Erwin Riefke
18. Bautzener Autobahnring-Rennen Bautzen
3.-4.06.1972, 2.91km
Rennwagen formelfrei C9 DDR-Meisterschaft
20 Runden = 58,4 km, am Start 15 am Ziel 12
Wertung Rennen LK I, am Start 7, am Ziel 4
1 Kaeppler,Juergen DDR Wolfen-Melkus Wartburg
2 Pankrath,Dieter DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
3 Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
4 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
Wertung Rennen LK II, am Start 8, am Ziel 8
1 Schmidt,Lothar DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
2 Gallus,Christian DDR Dresden-Melkus Wartburg
3 Klotz,Kurt DDR Dresden-Melkus Wartburg
4 Kuhn,Manfred DDR Berlin-Fiat Eigenbau
5 Klinger,Guenther DDR Leipzig-Melkus Wartburg
6 Thassler,Hartmut DDR Rackwitz-Eigenbau
schnellste Runde: Käppler 1:38,5=106.721km/h
Sportwagen B5 Klasse 62 bis 1300 ccm
15 Runden = 41,8km, am Start 14 am Ziel 9
1 Raedlein,Frieder DDR RS 1000
2 Guenther,Klaus DDR RS 1000
3 Pocher,Lothar DDR RS 1000
DNF Heinrich,Helga DDR RS 1000
schnellste Runde: Rädlein 1:45,2=99.924km/h
Text aus IMS 7/72
Bei den Rennwagenfahrern der Leistungsklasse I fehlten vier der Besten: Heinz und Ullrich Melkus, Küther und Krause starteten am gleichen Tage in Minsk bei einem Vorlauf um den Pokal der sozialistischen Länder. Sieger wurde in Bautzen Käppler auf einem der "echten" Formel-3-Wagen dieser Leistungsklasse.
Und Helga Heinrich rollte in Bautzen mit ihrem RS 1000 zur Startaufstellung für das Rennen. 50m vor ihrem Startplatz riss das Kupplungsseil. Aus!
©IMS Erwin Riefke
13. Lückendorfer Bergrennen
29.-30.07.1972
39. Schleizer Dreieck Rennen (alter Kurs)
5.-6.08.1972, 7.631 km
Rennwagen formelfrei C9 Pokallauf + DDR-Meisterschaft
10 Runden = 76,310 km, am Start 21 am Ziel 19
1 (P1.) Bobek,Jaroslav CSSR MTX Skoda34:04,3=134,381km/h
2 (P2.) Griffel,Enn UdSSR F3 Estonia 9M Wartburg312
3 (P3.) Jilek,Karel CSSR MTX1107 Skoda 110
4 (P4.) Krause,Klaus Peter DDR Gotha-Melkus Wartburg 312
5 (P5.) Melkus,Heinz DDR Post Dresden-Melkus Wartburg
6 (P6.) Melkus,Ulli DDR Dresden-Melkus Wartburg
7 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
8 (P7.) Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
9 (P8.) Kuether,Wolfgang DDR Wartburg 312 Eigenbau
   (P9.) Brunclik,Oldrich CSSR
   (P10.) Borkowski,Vladislaw UdSSR
   (P11.) Rosicky,Jiri CSSR
   (P12.) Bervid,Vaclav CSSR
   (P13.) Reintam,Jukk UdSSR
   (P14.) Sharkov,Gennadie UdSSR
   (P15.) Alkhimovich,Anatoli UdSSR
schnellste Runde: Griffel 3:30,6=136,947km/h
Rennwagen formelfrei C9 DDR-Meisterschaft
10 Runden = 76,310 km, am Start 20 am Ziel 14
Wertung LK I (am Ziel 9)
1 Kuether,Wolfgang DDR Wartburg 312 Eigenbau34:34,9=132,40 km/h
2 Melkus,Heinz DDR Post Dresden-Melkus Wartburg
3 Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
4 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
5 Lindner,Heiner DDR Dresden-Melkus Wartburg
6 Bubenik,Siegfried DDR BT Dresden-Melkus Wartburg
Wertung LK II (am Ziel 5)
1 Thassler,Hartmut DDR Rackwitz-Eigenbau34:58,2
2 Rolapp,Kurt DDR Klosterfelde-SEG Wartburg
3 Gallus,Christian DDR Dresden-Melkus Wartburg
4 Klinger,Guenther DDR Leipzig-Melkus Wartburg
5 Schmidt,Lothar DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
Sportwagen B5 Klasse 62 bis 2000ccm und 1150ccm 8 Runden=61,048km, am Start 26 am Ziel 23
Wertung bis 2000ccm
1 Bervid,Vaclav CSSR Fiat Spyder27:21,1=133,918km/h
2 Jilek,Karel CSSR Skoda Spyder
3 Bobek,Vaclav CSSR Skoda Spider Metalex
4 Brunclik,Oldrich CSSR Skoda 120S
Wertung bis 1150ccm
1 Anger,Joachim DDR Zwickau-Spyder 115030:29,0=120,160km/h
2 Melkus,Heinz DDR Dresden-RS 1000
3 Krause,Klaus Peter DDR RS 1000
4 Raedlein,Frieder DDR RS 1000
5 Heinrich,Helga DDR RS 1000
schnellste Runde:
2000ccm: Jilek 3:21,8=136,133km/h
1150 ccm: H.Melkus 3:42,8=123,302km/h
Tourenwagen A2 bis 2000ccm Pokal des Präsidiums des ADMV der DDR
8 Runden = 61,048 km, am Start 19 am Ziel 16
1 Brunclik,Oldrich CSSR Skoda 120S
2 Bobek,Jaroslav CSSR Skoda S120
3 Krause,Klaus Peter DDR Arnstadt-Wartburg 353
4 Guenther,Manfred DDR Scheibenberg-Wartburg 353
5 Beyer,Volker DDR Leipzig-Wartburg 353
6 Salomon,Walter DDR Eisenach-Wartburg
schnellste Runde: Brunclik 3:33,3=128.793km/h
Tourenwagen A2 bis 850ccm Pokal des Präsidiums des ADMV der DDR
8 Runden = 61,048 km, am Start 17 am Ziel 15
1 Assmann,Helmut DDR Gotha-Trabant 60133:52,3=108,140km/h
2 Kramer,Frieder DDR Zwickau-Trabant 601
3 Dammann,Gerhard DDR Gotha-Trabant 601
4 Hetzer,Manfred DDR Zwickau-Trabant 601
schnellste Runde: Assmann 4:10,0=109.886km/h
Rennwagen formelfrei C9 und Formel Skoda
10 Runden = 76,310 km, am Start 21 am Ziel 19
1 Bobek,Jaroslav CSSR MTX Skoda33:56,3=134,909km/h
2 Jilek,Karel CSSR MTX1107 Skoda 110
3 Melkus,Heinz DDR Post Dresden-Melkus Wartb
4 Melkus,Ulli DDR Dresden-Melkus Wartburg
5 Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
6 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
schnellste Runde: Bobek 3:20,7=136.879km/h
Text aus IMS 9/1972
Skoda Tag in Schleiz
In Pilsen braut man nicht nur gutes Bier. Unter anderem baut man dort - in einem kleinen Betrieb - auch schnelle Sport- und Rennwagen. Sie tragen das Firmenzeichen Metalex. Inzwischen sind es neben anderen Fahrzeugen, 17 Rennwagen der Formel Skoda und einige Spyder-Prototypen. Einen Teil davon - dabei 13 Rennwagen - hatten die Wagenrennsportler der CSSR zum 39. Schleizer Dreieckrennen vom 5. und 6. August mitgebracht, und da waren sie dann tonangebend. Es gab Siege von Jaroslav Bobek, durch Vaclav Bervid und Oldrich Brunclik, die zwar trotz günstiger Strassen- und Witterungsverhältnisse unter den bestehenden Rekordmarken ihrer Klassen blieben, aber dafür unbändiges Leben in die diesmal besonders starken Felder brachten.
Ja, es gab starke Felder. Bis zu 26 Fahrzeuge waren in den 6 Wagenläufen am Start. Felder von 100 Meter Länge und mehr. Und es fehlten nur jeweils ganz wenige, wenn Rennleiter Kurt Uibel am Ende der 8 oder 10 Runden die Zielflagge zeigte. Die Ergebnisse weisen das aus. Man kann sich vorstellen, was bei dem "Gedränge" auf dem wunderschönen 7,631km-Strassenkurs für ein Treiben herrschte.
Und die Wagensportler der DDR hatten diesmal Startmöglichkeiten wie nie zuvor in einem Rennen auf unseren Strecken: Heinz Melkus und Klaus-Peter Krause brachten es an den beiden Tagen auf insgesamt vier Rennen, die übrigen Fahrer der formelfreien Rennwagen der Klasse C9, also unserer Leistungsklasse I, fuhren drei Rennen, zwei davon als Wertungsläufe zur DDR-Meisterschaft 1972.
Es waren spannende Rennen. Sie konnten es sein, weil die Fahrzeuge der einzelnen Klassen mit nahezu gleichen Motorenleistungen an den Start gebracht wurden und es demzufolge für den Erfolg erstrangig auf das Können, die sportlichen Fähigkeiten der Fahrer ankam. Das, was am Anfang des Jahres noch als Experiment angesehen werden musste, hat sich inzwischen bewährt: Der in der Leistung auf um 60 PS gedrosselte Motor unserer formelfreien Rennwagen auf Wartburg-Basis ist standfest, gibt den Wagen ein hervorragendes Anzugsvermögen, lässt sie aber auch nicht wesentlich langsamer bleiben. Die serienmäßigen Gürtelreifen wirken zwar auf den Betrachter nicht ganz so schnell, aber das ist wohl Ansichtssache.
Das es möglich ist, mit Wagen dieser Art, große Felder zusammenzubringen, zeigen die Sportler aus der CSSR mit ihren Formel Skoda Wagen, an denen nahezu alle wichtigen Teile vom serienmäßigen 1100er Skoda kommen. Der Motor ist dort um 180 Grad gedreht, mit dem auch in den Abstufungen serienmäßigen Vierganggetriebe nach hinten, mit serienmäßigen Radaufhängungen vorn und hinten, serienmäßigen Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten, serienmäßiger Hinterachse, Rädern und Radialreifen (die allerdings mit höherem Druck gefahren werden). Grundsätzlich haben die Wagen vorerst keinen Ölkühler, wenn er auch an einigen von ihnen inzwischen zusätzlich angebracht worden ist. Der Wasserkühler liegt im Bug, der 27-l-Kraftstofftank vor dem Fahrersitz unter den Knien.
Die Motorleistung wurde mit 50 ... 55PS angegeben, das mag auch für einen Teil der Wagen zutreffen. Skoda-Fahrzeuge als formelfreie Rennwagen der Gruppe C9 haben allerdings wesentliche Veränderungen gegenüber der Serie, sowohl am Motor als auch am Getriebe. Sie werden zudem mit Leichmetallfelgen ausgerüstet.
Von den CSSR Spydern, die in Schleiz an den Start gebracht wurden, liefen einer mit 1200er Skoda Motor, der andere mit einem 1500-ccm-Vierzylinder-Fiat-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Der Zweivergaser-Skoda-Motor, wird mit 124PS angegeben, die Spitzengeschwindigkeit des Fiat-Spyders mit mehr als 240km/h.
Wie man sieht, tut man bei Skoda einiges für den Sport; man kann sogar sagen, nicht gerade wenig. Aber deshalb sollten unsere Sportler nun nicht gleich falsche Schlussfolgerungen ziehen.
Von den Sportlern aus der UdSSR wurden die Estonia Wagen gefahren, bis auf Griffel, der einen sehr gut gehenden Wartburg-Motor fuhr, alle mit Shiguli Motoren. Zwei Sportler aus der VR Polen kamen mit Formel-3-Fahrgestellen und 1500er Fiat-Motoren. Es sind Wagen der Formel Polonia, von denen es 10 Stück geben soll.
Der dritte, letzte diesjährige Rennwagenlauf um den Pokal der sozialistischen Länder - diesmal waren daran Sportler aus der UdSSR, der CSSR und der DDR beteiligt - wurde am Sonnabend ausgetragen und war nach einhelliger Auffassung der 30.000 Zuschauer der bisher interessanteste Pokallauf seiner Art, und das wegen des außerordentlich harten Kampfes der Sportler mit nahezu gleichen Waffen. Sieger wurde Bobek (CSSR) vor Griffel (UdSSR) und Jilek (CSSR) dann folgte unser Klaus Peter Krause. Damit gewann die CSSR-Mannschaft nach den Läufen in Most (CSSR), Minsk (UdSSR) und Schleiz den Pokal 1972 mit 210 Punkten vor der DDR (205 P.) und der UdSSR (153 P.). Bester Einzelfahrer war Jilek vor den DDR-Sportlern H.Melkus, K.-P. Krause, Küther und U.Melkus.
Die Meisterschaftsläufe wurden einmal von Küther, zum anderen von Krause gewonnen, wobei jedoch die Tabellenspitze U.Melkus (19P.) gehalten wird, dem Küther (16) und Melkus, der Senior (15P.) folgen. In der Leistungsklasse II, also noch mit Formel-3-Wagen, siegte der ehemalige Motorrad- und Rennsportwagenfahrer Thassler mit seinem wunderschönen Wagen auf SEG-Wartburg-Basis und machte damit in der Wertung einen beträchtlichen Sprung nach vorn, zumal der an der Tabellenspitze liegende Kuhn durch eine gefährliche, glücklicherweise aber harmlos ausgegangene Karambolage am Start nicht nur sich selbst sondern auch Werner Eschrich schon vor dem Rennen um alle Chancen gebracht hatte. Bei den Trabant-Tourenwagen, von denen diesmal 17 Fahrzeuge an den Start gebracht wurden, hatte Aßmann aus Gotha mit dem "Schlitzer" über alle 8 Runden die Nase weiter vorn als sein nahezu gleichwertiger Zwickauer Rivale Kramer, und bei den Wurtburg-Wagen machte Aßmanns Clubkamerad Klaus-Peter Krause das Rennen, wenn man davon absieht, das da zwei Skoda 120S mit je 120PS mitliefen, die hier selbstverständlich nicht zu schlagen waren.
©IMS Erwin Riefke
20. Dresdener Spinne Rennen Dresden Hellerau
9.-10.09.1972
abgesagt
12. Frohburger Dreieckrennen Frohburg
16.-17.09.1972,15.000 Zuschauer
Rennwagen formelfrei C9 DDR-Meisterschaft
Leistungsklasse I (12 Runden = 69,6 km, am Start 12, am Ziel 9)
1 Melkus,Ulli DDR Dresden-Melkus Wartburg
2 Melkus,Heinz DDR Post Dresden-Melkus Wartburg
3 Krug,Wolfgang DDR Grossenhain-SEG Wartburg
4 Krause,Klaus Peter DDR Gotha-Melkus Wartburg 312
5 Berger,Manfred DDR Wolfen-SEG Wartburg
6 Bubenik,Siegfried DDR BT Dresden-Shiguli Eigenb.
7 Kuether,Wolfgang DDR Wartburg 312 Eigenbau
8 Thassler,Hartmut DDR Rackwitz-Eigenbau
9 Schmidt,Lothar DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
schnellste Runde: Melkus U. 2:51,1=122,034km/h
Leistungsklasse II (8 Runden = 46,4 km am Start 7, am Ziel 7)
1 Thassler,Hartmut DDR Rackwitz-Eigenbau
2 Kuhn,Manfred DDR Berlin-Fiat Eigenbau
3 Schmidt,Lothar DDR FSE Berlin-SEG Wartburg
4 Rolapp,Kurt DDR Klosterfelde-SEG Wartburg
5 Klinger,Guenther DDR Leipzig-Melkus Wartburg
6 Eschrich,Werner DDR Graefentonna-Wartburg
7 Schulz,Martin DDR Berlin-Wartburg
schnellste Runde: Thassler 2:36,9=133,07km/h
Tourenwagen Pokal des Präsidiums des ADMV der DDR 10 Runden = 58,0 km, am Start 13 am Ziel 12
1 Krause,Klaus Peter DDR    Arnstadt-Wartburg 353
2 Zimmermann,Bernd DDR Dresden-Wartburg 353
3 Guenther,Manfred DDR Scheibenberg-Wartburg 353
4 Findeisen,Peter DDR Lockwitzgrund-Wartburg 35
5 Wisniewski,Wolfgang DDR Berlin-Wartburg 353
6 Nagelschmidt,Frank DDR Erfurt-Wartburg 353
7 Lindner,Heiner DDR Boehlen-Skoda MB1000
8 Kraft,Wolfgang DDR Berlin-Wartburg 353
9 Krause,Manfred DDR Leipzig-Skoda S100
10 Opulich,Erwin DDR Dresden-Wartburg 353
11 Peck,Bernd DDR Berlin-Wartburg 353
12 Hoerger,Stefan DDR Lockwitzgrund-Wartburg 35
schnellste Runde: Krause K.P. 3:00,5=115,678km/h
Text aus IMS 10/72
Die Läufe der Wagenrennfahrer und die von ihnen gefahrenen Zeiten litten - wie auch bei den Motorrad-Lizenzlern der 250er Klasse - sehr unter dem starken Regen. Dennoch imponierten auch hier die sportlichen Leistungen der Fahrer und das eindruckvolle Bold der gischtumsprühten Fahrzeuge. Ein Beweis dafür war das Ausharren der 15000 an der Strecke bis zum Schluss dieses wechselvollen Renntages. Ulli Melkus gewann den 10-Runden Lauf der Leistungsklasse I mit den formelfreien Rennwagen der Gruppe C9 vor seinem Vater, Heiz Melkus, und Wolfgang Krug. "Familie" Melkus lag so punktgleich an der Spitze der Wertung zur DDR-Meisterschaft, aber wegen seines besseren Abschneidens in Schleiz, dem Stichtag für die Wagenrennsportler, ging der Titel - und nun zum sechsten Male - 1972 an Meister ses Sports Heinz Melkus. Ihm, dem "Vize" und dritten der Wertung, nach unserer Rechnung Manfred Berger vom MC Wolfen-Bitterfeld, unsrer herzlichen Glückwünsche!
In der Leistungsklasse II, also mit Formel-3-Rennwagen, siegte wie schon in Schleiz, Hartmut Thassler (MC Rackwitz Delitzsch) mit seinem blitzsauberen Eigenbau-Rennwagen vor Manfred Kuhn (MC Bernauer Schleife), er fährt einen Fiat Motor, und Lothar Schmidt (MC Fernsehelektronik Berlin). In dieser Reihenfolge liegen die drei Fahrer auch an der Spitze der Pokalwertung ihrer Klasse.
Den einzigen Tourenwagenlauf des Renntages, mit Wagen bis 1300ccm, gewann Klaus Peter Krause vom MC Gotha mit großem Vorsprung vor Bernd Zimmermann vom MC Lockwitzgrund, beide auf Wartburg. Mit diesem Sieg bekräftigte der Ex-DDR-Meister im Rennwagensport seinen Anspruch auf den Pokal in seiner Klasse.
©IMS Erwin Riefke
Flugplatzrennen Schkeuditz-Leipzig
1.10.1972
abgesagt
Update:
16.6. H.Heinrich Platzierungen
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