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Motorsport in der DDR 1984
1990 1989 1988 1987 1986 1985 1984 1983 1982 1981 1980
1979 1978 1977 1976 1975 1974 1973 1972 1971 1970
DDR Meisterschaft 1984
Tourenwagen A bis 600 ccm
1. Klaus Schumann DDR50
2. Steffen Nickoleit DDR38
3. Uwe Kleinz DDR34
4. Reiner Brand DDR25
5. Peter Lünser DDR21
6. Ralf Unbehaun DDR
Rennwagen B8 bis 1300 ccm LK I
1. Ulli Melkus DDR47
2. Bernd Kasper DDR42
3. Heinz Siegert DDR30
4. Wolfgang  Wöhner DDR24
5. Jürgen Meissner DDR23
6. Heiner Lindner DDR
Gesamtwertung Tourenwagen A bis 1300 ccm
1. Klaus Dieter Kessler DDR56
2. Dietmar Isensee DDR42
3. Gerhard Hahnel DDR29
4. Klaus Peter  Schachtschneider DDR27
5. Bernd Müller DDR26
6. Sieghard Sonntag DDR
Gesamtwertung Rennwagen B8 bis 1300 ccm LK II DDR Bestenermittlung
1. Erhard Tatarczyk DDR43
2. Manfred  Glöckner31 DDR31
3. Peter Weiss DDR26
4. Wieslaw  Malycha DDR23
5. Jürgen Klaus DDR22
6. Gerrit Dirk Braune DDR
Gesamtwertung Rennwagen B8 bis 600 ccm DDR Bestenermittlung
1. Klaus Coder DDR49
2. Manfred   Glockenmeier DDR36
3. Siegfried Schulz DDR28
4. Jürgen  Burkhardt DDR22
5. Bernd Schulz DDR19
6. Peter Saupe DDR
Gesamtwertung Bergrennen A21 bis 600ccm Bezirksmeisterschaft Erfurt
   1. Reiner Brand DDR Trabant 601
Gesamtwertung TW A22 bis 1300ccm Bezirksmeisterschaft Halle
   3. Gerhard Hahnel DDR
Termine 1984
Zentrales Training Schleiz13. Mai
Bergrennen Kyffhäuser20. Mai
Bergrennen Glasbach (Moorgrund Bad Salzungen)16.-17. Juni
Bergrennen Schwartenberg (Seiffen)23.-24. Juni
Bergrennen Heuberg (Gotha)30.Juni-1. Juli
Sachsenring 
Bergrennen Steigerberg (Sangerhausen)1.-2. September
Bergrennen Weinberg (Naumburg)8.-9. September
Frohburger Dreieck23. September
3. Bergrennen Kyffhäuser
20.5.1984
Tourenwagen A bis 600 ccm
1. Steffen NickoleitDiethendorf
2. Uwe Kleinz Lützkendorf
3. Klaus SchumannLützkendorf
4. Peter SüssemilchEisenach
5. Andreas SchröderJena
6. Manfred ScheytzaLützkendorf
7. Ralf UnbehaunErfurt
13. Reiner BrandGotha
Text aus Illustrierter Motorsport
Der MC Sangerhausen machte es möglich: Auf dem traditionellen Kyffhäuserkurs dröhnten wieder die Motoren - nach 32jähriger Pause. Am 20. Mai kämpften hier die Fahrer der 1300er Rennwagenklasse und der 600er Tourenwagenklasse beim Bergrennen um die ersten Meisterschaftspunke der Saison 1984. Gut 15000 Zuschauer säumten die herrlich gelegene, drei Kilometer lange Gebirgsstrecke, die mit sage und schreibe 36 Kurven gespickt ist und einen Höhenunterschied von 240 Metern überwindet.
...
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
1. Ulli MelkusPost Dresden
2. Heiner LindnerLeipzig
3. Wolfgang WöhnerIllmenau
4. Bernd KasperDresden
5. Manfred GüntherScheibenberg
6. Hans Joachim VogelHermsdorf
7. Heinz SiegertKV Leipzig
Die Veranstaltung, bei der 83 Aktive starteten, war vom MC Sangerhausen ausgezeichnet organisiert. Die eingesetzte elektronische Zeitnahme ermöglichte zudem eine schnelle Auswertung der Ergebnisse.
Tourenwagen A22 bis 1300
1. Gerhard HahnelWiehe
Glasbach Bergrennen
(MC Moorgrund Bad Salzungen)
17.6.1984
Rennwagen E bis 600 ccm
DDR Bestenermittlung
1. Jürgen BurkhartBorna
2. Klaus CoderEhrenberg
3. Manfred GlockenmeierBad Frankenhausen
4. Peter SaupeZwickau
5. Siegfried SchulzKöthen
6. Bernd SchulzKöthen
7. Horst HübnerBad Frankenhausen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
DDR Bestenermittlung
1. Michael SchusterDürrhennersdorf
2. Nils Holger WilmsIFA Dresden
3. Gerrit-Dirk BrauneErfurt
4. Manfred GlöcknerZwickau
5. Norbert KernchenMeiningen
6. Jürgen RädleinLockwitzgrund
7. Manfred HengstLeipzig
DNF Erhard TatarczykGreiz
Tourenwagen A bis 1300 ccm
DDR Meisterschaft
1. Hans Dieter KesslerKali Merkers
2. Dietmar IsenseeStendal
3. Klaus Peter SchachtschneiderPotsdam
4. Sieghard SonntagMarienberg
5. Gerhard HahnelWiehe
6. Jürgen KäpplerBr. Erbisdorf
7. Werner LiebersKarl Marx Stadt
Schwartenberg Bergrennen
 (MC Schwartenberg)
24.6.1984
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
DDR Bestenermittlung
1. Erhard TatarczykGreiz
2. Nils Holger WilmsMT Bergland
3. Michael SchusterDürrhennersdorf
4. Henrik OpitzDresden
5. Manfred GlöcknerZwickau
6. Norbert KernchenMeiningen
7. Reinhardt WeiserBernburg
Heuberg Bergrennen
(MC Gotha)
1.7.1984
Tourenwagen A bis 600 ccm
DDR Meisterschaft
1. Klaus SchumannLützkendorf
2. Ralf UnbehaunErfurt
3. Reiner BrandGotha
4. Manfred ScheytzaLützkendorf
5. Peter LünserGotha
6. Andreas SchröderJena
7. Klaus Walter HeineckeAschersleben
Rennwagen A bis 1300 ccm
DDR Meisterschaft
1. Hans Dieter KesslerKali Merkers
2. Klaus Peter SchachtschneiderBeelitz
3. Gerhard HahnelWiehe
4. Jürgen KäpplerBr. Erbisdorf
5. Sieghard SonntagMarienberg
6. Werner LiebersKarl Marx Stadt
7. Bernd MüllerGreiz
Sachsenring
Hohenstein Ernstal
1984 200.000 Zuschauer, trocken/heiß
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
DDR Meisterschaft br>8 Runden=68,944km, am Start 14 im Ziel 11
1. Bernd KasperDresden24:09,7 = 171,242 km/h
2. Ulli MelkusPost Dresden24:09,9
3. Heiner LindnerLeipzig24:20,9
4. Heinz SiegertLeipzig
5. Manfred GüntherScheibenberg
6. Wolfgang WöhnerIllmenau
7. Jürgen MeißnerDresden
8. Gerhard FriedrichGera
9. Manfred KuhnPost Berlin
10. Helmut HoffmannBerlin
11. Bernd RauscherErfurt
schnellste Runde: Kasper 2:58,6 = 173,711 km/h (RdR)
Tourenwagen A bis 600 ccm
DDR Meisterschaft
8 Runden=68,944km, am Start 15 im Ziel 14
1. Klaus SchumannLützkendorf31:59,9 = 126,651 km/h
2. Steffen NickoleitDiethendorf32:00,8
3. Uwe KleinzLützkendorf32:39,7
4. Manfred ScheytzaLützkendorf
5. Ralf UnbehaunErfurt
6. Herbert HalteGotha
7. Klaus Walter HeineckeAschersleben
8. Bodo MüllerLützkendorf
9. Klaus GohlkeBerlin
10. Andreas SchröderJena
11. Wilfried FietzKöthen
12. Peter SüssemilchEisenach
13.
14. Rainer BrandGotha
schnellste Runde: Nickoleit 3:55,9 = 132,517 km/h
6 Runden=51,708km, am Start 7, im Ziel 4
gemeinsames Rennen mit E 1300 LK II
1. Klaus CoderEhrenberg24:16,8 = 127,779 km/h
2. Manfred GlockenmeierBad Frankenhausen24:44,9
3. Siegfried SchulzKöthen25:03,7
4. Rüdiger SeyffarthSangerhausen
schnellste Runde: Glockenmeier
4:03,9 = 127,203 km/h
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
DDR Bestenermittlung
6 Runden=51,708km, am Start 22, im Ziel 13
gemeinsames Rennen mit E 600
1. Wieslaw MalychaGera21:15,3 = 141,741 km/h
2. Peter WeissRiesa21:53,9
3. Manfred GlöcknerZwickau21:54,2
4. Steffen KämmererLeipzig
5. LandgrafBerlin
6. Gerrit-Dirk BrauneErfurt
7. Manfred HengstLeipzig
8. Nils Holger WilmsDresden
9. Reinhard KnuttiGera
10. Friedhelm BergnerLeipzig
11. Norbert KernchenMeiningen
12. Jürgen WeserCoswig
13. Jürgen KlausKV Gera
schnellste Runde: Ralf Ludwig 3:34,1 = 144,908 km/h
Tourenwagen A bis 1300 ccm
DDR Meisterschaft
8 Runden=68,944km, am Start 19, im Ziel 10
1. Dietmar IsenseeStendal28:57,5 = 142,848 km/h
2. Hans Dieter KesslerKali Merkers29:12,1
3. Gerhard HahnelWiehe29:37,6
4. Bernd MüllerGreiz
5. Hans Joachim GorgelZehdenik
6. Fritz BergerBerlin
7. Michael TschascheKarl Marx Stadt
8. Jürgen KäpplerBr.Erbisdorf
9. Wolfgang RadkeBerlin
10. Manfred AmlingGotha
schnellste Runde: Isensee 3:29,3 = 148,231 km/h
Kesslers übliche Taktik: Bloß schnell weg, damit es kein hautenges Kampfgetümmel gibt, ging diesmal nicht auf. Isensee und Schachtschneider spielten nämlich das Stück konsequent nach ihrem Drehbuch. Was ihnen nicht schwerfiel, da die Ladas in der Motorleistung inzwischen dem Zastava ebenbürtig sind - 96 kW (130 PS).
In der vierten Runde war Isensee an Kesslers Heck (Schachtschneider folgte nicht weit dahinter), und wenig später stieß er in der Jugendkurve ohne viel Aufhebens innen an Kessler vorbei, der jetzt zwischen seinen Gegnern eingeklemmt war. Das nervte. Resultat: Fahrfehler.
Text aus Illustrierter Motorsport
"Am Sonntag nahm das Sachsenring-Spektakel mit den Automobilwettbewerben seinen Fortgang. Diesmal Sonnenschein und Sommerhitze vor wieder 80000 Zuschaer, die einen besonders ins Herz schlossen: den Stendaler Dietmar Isensee, für den im 1300-Tourenwagenrennen die langersehnte große Stunde schlug.
Das Rennen begann mit einem mustergültigen Startsprint des DDR-Meisters Hans Dieter Kessler. Schon etliche Sekunden vor dem grünen Ampellicht hatte er den bulligen Zastava mit Gas und Kupplung regelrecht angeschaukelt. Trainingsschnellster Klaus Peter Schachtschneider, der in den schnellsten Testrunden sein bestes Triebwerk zerdonnert hatte und deshalb auf einen Reservemotor setzen mußte, saß dagegen gelassen wie immer im Cockpit - und brachte seinen Wagen leicht verzögert in Schwung. Nur als Fünfter fädelte er sich in die erste Rechtskurve ein.
Beim erneuten passieren der Jugendkurve kam der Merkerser ins Schleudern, drehte sich, stand. Glück für ihn, daß Schachtschneider kurz darauf mit einem kapitalen Kolbenschaden an die Boxen mußte. So blieb ihm der zweite Rang hinter Isensee, der am Schluß allerdings noch eine Zitterpartie durchzustehen hatte. Dem Auspuff entströmte eine dicke blaue Fahne! Aus dem total überhitzten Triebwerk wurde Öl herausgedrückt. Leistungsverlust. Dietmar: "Schon vor der letzten Abfahrt ging fast nichts mehr." Egal, es hatte gereicht, und die 10000 auf der Haupttribüne trampelten vor Begeisterung, als er in langsamer Fahrt über die Linie zuckelte."
 
Artikel von Wolfgang Eschment (c) 1984 IMS
Steierbergrennen
 (MC Sangerhausen)
2.9.1984
Rennwagen E bis 600 ccm
DDR Bestenermittlung
1. Klaus CoderEhrenberg
2. Manfred GlockenmeierBad Frankenhausen
3. Siegfried SchulzKöthen
4. Peter SaupeZwickau
5. Bernd SchulzKöthen
6. Rüdiger SeyffartSangerhausen
7. Horst HübnerBad Frankenhausen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
DDR Meisterschaft
1. Heinz SiegertLeipzig
2. Bernd KasperDresden
3. Manfred GüntherScheibenberg
4. Wolfgang WöhnerIllmenau
5. Volker WormLeipzig
6. Gerhard FriedrichGera
7. Jürgen MeißnerDresden
Tourenwagen A bis 600 ccm
1. Reiner BrandGotha
Steierbergrennen
 (MC Sangerhausen)
2.9.1984
Rennwagen E bis 600 ccm
DDR Bestenermittlung
1. Klaus CoderEhrenberg
2. Manfred GlockenmeierBad Frankenhausen
3. Siegfried SchulzKöthen
4. Peter SaupeZwickau
5. Bernd SchulzKöthen
6. Rüdiger SeyffartSangerhausen
7. Horst HübnerBad Frankenhausen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
DDR Meisterschaft
1. Heinz SiegertLeipzig
2. Bernd KasperDresden
3. Manfred GüntherScheibenberg
4. Wolfgang WöhnerIllmenau
5. Volker WormLeipzig
6. Gerhard FriedrichGera
7. Jürgen MeißnerDresden
Tourenwagen A bis 600 ccm
1. Reiner BrandGotha
Riestedt Bergrennen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
1. Erhard TatarczykGreiz
Rödertal Bergrennen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
1. Erhard TatarczykGreiz
Weinbergrennen
 (MC Naumburg)
9.9.1984
Rennwagen E bis 600 ccm
DDR Bestenermittlung
1.Jürgen BurkhartBorna
2. Bernd SchulzKöthen
3. Gerhard VaterSchmölln
4. Klaus CoderEhrenberg
5. Detlev MeyerKöthen
6. Peter SaupeZwickau
7. Hans Jürgen GöllnerKöthen
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
DDR Bestenermittlung
1. Manfred GlöcknerZwickau
2. Erhard TatarczykGreiz
3. Hans Jürgen TeutschebeinKönnern
4. Nils Holger WilmsDresden
5. Harald LandgrefBerlin
6. Jürgen RädleinLockwitzgrund
7. Peter WeißPneumant Riesa
Tourenwagen A bis 600 ccm
DDR Meisterschaft
1. Klaus SchumannLützkendorf
2. Ralf UnbehaunErfurt
3. Steffen NickoleitDiethendorf
4. Klaus GohlkeBerlin
5. Reiner BrandGotha
6. Uwe KleinzLützkendorf
7. Bodo MüllerLützkendorf
Tourenwagen A bis 1300 ccm
DDR Meisterschaft
1. Sieghard SonntagMarienberg
2. Ludwig SteinmetzCottbus
3. Hans Dieter KesslerKali Merkers
Frohburger Dreieck
23.9. 1984
13.000 Zuschauer
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
DDR Meisterschaft
12 Runden=69,6km, am Start 12 im Ziel 7
1. Bernd KasperDresden26:42,0 = 156,303 km/h
2. Ulli MelkusPost Dresden26:56,5
3. Jürgen MeissnerDresden27:51,7
4. Helmut HoffmannBerlin
5. Gerhard FriedrichGera
6. Bernd RauscherErfurt
7. Volker WormLeipzig
schnellste Runde: Kasper 2:11,7 = 158,542 km/h (RdR)
Tourenwagen A bis 600 ccm
DDR Meisterschaft
10 Runden=58km, am Start 17 im Ziel 10
1. Reiner BrandGotha28:35,6 = 121,706 km/h
2. Uwe KleinzLützkendorf28:36,6
3. Klaus SchumannLützkendorf29:23,2
4. Peter LünserGotha
5. Andreas SchröderJena
6. Bodo MüllerLützkendorf
7. Rüdiger RichterKali Sangerhausen
8. Richard HentschelZwickau
9. Manfred ScheytzaLützkendorf
10. Horst BalanskiKV Leipzig
schnellste Runde: Schumann 2:58,3 = 124,064 km/h
Text aus Illustrierter Motorsport
"Nummer Eins in der Leistungsklasse I war Ulli Melkus, der hinter dem Start-Ziel-Sieger Bernd Kasper den für die Titelverteidigung völlig ausreichenden zweiten Rang besetzte. Ulli: "Ich konnte auch nicht mehr ganz so voll fahren, denn das Triebwerk zeigte nach den harten Kämpfen der Saison etwas Müdigkeit."
Ansonsten gab es im ohnehin spärlichen Feld - gerade 12 Wagen wurden an den Start gebracht - einen Ausfall nach dem anderen. Wolfgang Günther beklagte einen gebrochenen Schaltmitnehmer, Volker Worm eine defekte Kupplung. Heinz Siegert blieb irgendwo auf der Strecke hängen. Manfred Kuhn lief mit Fahrwerksproblemen die Boxen an.
 
Die Konkurrenz in der Leistungsklasse II war fast doppelt so stark besetzt. Der Greizer Erhard Tatarczyk fuhr von anfang an vorn und gewann mit 5 Sekunden Vorsprung vor dem Leipziger Steffen Kämmerer. Am spannensten verlief aber die Aufholjagd von Manfred Glöckner. Der Akteur vom MC Zwickau arbeitete sich nach einem total verkorksten Start bis auf den fünften Platz vor. Generell: Das Niveau in der Leistungsklasse II hat sich deutlich erhöht. Eine erfreuliche Tatsache nach der Durststrecke der vergangenen Jahre.
Text aus Illustrierter Motorsport
Schon im Training fiel auf, das Steffen Nickoleit sich nocheinmal viel vorgenommen hatte. Der 31jährige Kraftfahrer erzielte die Bestzeit und machte anschließend einen optimistischen Eindruck: "Hoffentlich läuft es heute Nachmittag ebenso gut." Klarer Fall, Klaus Schumann war in den Testrunden Zweitschnellster.
Der Start zum Rennen: Drei Runden brauste er als Spitzenreiter über die lange Zielgerade, setzte sich sogar leicht ab. Und dann gab es vorn ein taktisches Geplänkel, das es in sich hatte.
Mit seinem schnellen Clubkollegen Uwe Kleinz hatte Schumann augenscheinlich einen Partner im Kampf gegen den auflaufenden Nickoleit zur Seite. Oder täuschten wir uns? Fakt ist, das die beiden Lützkendorfer mehrmals ganz tief in die Trickkiste griffen, beispielsweise die Piste ganz einfach zumachten. Trotzdem fand Nickoleit immer wieder das Nadelöhr Richtung Spitze.
Die Positionen zwischen den Kämpfern wechselte von Runde zu Runde, zeitweilig von Kurve zu Kurve. Bis zum vorletzten Durchgang blieb das Knäul der motorisch ziemlich gleichwertigen Wagen bestehen. Dann verabschiedete sich als erstes Steffen Nickoleit. "Motorprobleme", verlautete dazu an den Boxen.
Klaus Schumann erwischte es in der Schlußrunde. Das Auto wurde zusehens langsamer. In der Folge überschlugen sich die Ereignisse: Der Gothaer Reiner Brand hatte aufgeschlossen, kam an Kleinz vorbei und gewann. Sein Hintermann, der Jenaer Andreas Schröder, setzte seinen Renner kurzzeitig in die Strohballen der MTS-Kurve, wodurch sich Schumann noch als dritter über die Linie retten konnte.
Rennwagen E bis 600 ccm
DDR Bestenermittlung
5 Runden=29km, Am Start 11, im Ziel 9
1. Klaus CoderEhrenberg14:21,6 = 121,169 km/h
2. Manfred GlockenmeierBad Frankenhausen14:38,5
3. Siegfried SchulzKöthen14:46,3
4. Bernd SchulzKöthen
5. Jürgen BurkhardtBraunkohle Borna
6. Peter SaupeZwickau
7. Detlev MeyerKöthen
8. Rüdiger SeyffarthSangerhausen
9. Gerhard VaterSchmölln
schnellste Runde: Coder 2:51,0 = 122,105 km/h
Rennwagen E bis 1300 ccm LK II
DDR Bestenermittlung
10 Runden=58km, Am Start 19, im Ziel 15
1. Erhard TatarczykGreiz24:57,4 = 139,441 km/h
2. Steffen KämmererLeipzig25:02,2
3. Jürgen KlausGera25:51,7
4. Wieslaw MalychaKV Gera
5. Manfred GlöcknerZwickau
6. Michael SchusterDürrhennersdorf
7. Nils Holger WilmsDresden
8. Henrik OpitzBT Dresden
9. Reinhard WeiserBernburg
10. Friedhelm BergnerLeipzig
11. Frank JuhrteStendal
12. Lothar LehnigerFinsterwalde
13. Harald LandgrafBerlin
14. Hans Jürgen TeutschebeinKönnern
15. Jürgen WeserCoswig
schnellste Runde: Tatarczyk 2:27,0 = 142,040 km/h
Dass Auto was die Fahrzeuge auf der ersten Runde absichern sollte, war nicht angesprungen und so hat der Motorradrennfahrer Walter Entrich (50 cc) eine MZ 250 von irgendwo her geholt und fuhr damit dem Feld hinterher. Er sollte im Falle eines Unfalls in der Startrunde vom nächst gelegenen Streckenposten der Rennleitung über Funk berichten. Später übernahm diese Aufgabe Dr. Wobst aus Dresden, der war zwar kein Mediziner, aber Ulli Melkus hat ihn dazu überredet, dass er sich als Rettungssanitäter ausbilden ließ. Manfred Wobst baute dafür einen verunfallten Totalschaden von der THZ-Dresden um und setzte das Fahrzeug ohne jegliche finanzielle Unterstützung des ADMV, bei jeden Rennen in der DDR ein.
Quelle: Stromhardt Kraft
Tourenwagen A bis 1300 ccm
DDR Meisterschaft
8 Runden=68,944km, Am Start 13, im Ziel 11
1. Hans Dieter KesslerKali Merkers25:49,6 = 134,744 km/h
2. Bernd MüllerGreiz25:55,8
3. Dietmar IsenseeStendal26:05,3
4. Jürgen KäpplerBr.Erbisdorf
4. Wolfgang KrugGroßenhain
6. Gerhard HahnelWiehe
7. Werner LiebersKarl Marx Stadt
8. Sieghard SonntagMarienberg
9. Gerd GrünerHermsdorf
10. Hans GüntherNaumburg
11. Steffen WilfertMarienberg
schnellste Runde: Kessler 2:31,9 = 137,458 km/h
Text aus Illustrierter Motorsport
"Zu einem ruhigen Saisonkehraus kam Hans Dieter Kessler in der Jagd der großen Tourenwagen. Der 42jährige Zastava Pilot , der in Frohburg seinen dritten 1300er Titel in ununterbrochener Reihenfolga ansteuerte - sein sechster Automobiltitel insgesamt - wollte es im übrigen auch so. Seine Meinung: "Wichtig ist, das ich ohne Probleme über die Runden komme. Warum soll ich den Titel gefährden? Außerdem drückts aus dem Motor Öl raus, da kann ich sowieso nicht über 8500 Touren gehen."
Das Kessler dann seine Maxime ungehindert aufstocken konnte, lag daran, das seine beiden Hauptkonkurrenten Probleme bekamen. So entschärfte sich Schleiz-Sieger Klaus Peter Schachtschneider gewissermassen selbst. Im Training! In der Wolfskurve ramponierte der Potsdamer seinen Lada bei einem Kurvenausritt dermaßen, das ans Rennen nicht mehr zudenken war. Klaus Peter: Vermutlich war ein Reifenschaden am linken Vorderrad die Ursache. Wir wissen es nicht genau ... .
Sachsenring-Sieger Dietmar Isensee indes signalisierte auf dem Startplatz technische Schwierigkeiten. Sein Anlasser streikte. Der Stendaler mußte Schiebehilfe in Anspruch nehmen und das Rennen quasi als Schlußlicht beginnen. Hans Dieter Kessler war eine Sorge los und führte gleich in der ersten Runde. Isensee war Neunter, hatte schon drei Fahrer überholt.
Die Sensation: Kessler mußte sich mehrere Runden lang mit dem Greizer Lada-Akteur Bernd Müller herumschlagen, der ihm in der dritten und vierten Runde sogar vor der Nase herumfuhr. Danach legte Kessler jedoch einen Zahn zu, und der beherzte Müller rutschte in den Windschatten des Merkerers zurück. Inzwischen hatte Isensee fünf weitere Akteure passiert und rangierte auf dem dritten Platz.
Der Schlußakt: Kessler zog noch einmal alle Register und gewann mit klarem Vorsprung. Müller wurde Zweiter Isensee Dritter vor Käppler. Am meisten strahlte Müller: Für den 31jährigen Kfz-Meister war es das bisher beste Ergebnis.
Fest steht: Bei den 1300er Tourenwagen gab es trotz des am Ende sicheren Sieges von Hans Dieter Kessler interessante Veränderungen in der Spitzenkonstellation. Dietmar Isensee und Klaus Peter Schachtschneider setzten sich mit den motorisch viel stärker gewordenen Ladas gegen Kessler beeindruckend in Szene, Gerhard Hahnel und Bernd Müller schlossen auf."
 
Artikel von Wolfgang Eschment (c) 1984 IMS
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