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Dieter Georg, Reiner Brand, Dietmar Graupner, Uwe Lorenz, Gerhard Hahnel, Christoff Ziegenbalg (Rennfahrer)
Jürgen Müller: Schleizer Dreieckrennen - Die Ergebnisse (Buch)
Angelika Schalle
Steffen Enke
Formel 3 Guide
Motorsport in der DDR 1990
1990 1989 1988 1987 1986 1985 1984 1983 1982 1981 1980
1979 1978 1977 1976 1975 1974 1973 1972 1971 1970
DDR Meisterschaft 1990
Tourenwagen A bis 600 ccm
1. Kai Kögler
2. Dieter Hoffmann
3. Ralf Unbehaun
Rennwagen E bis 1300 ccm LK I
1. Steffen Göpel
2. Manfred Günther
3. Eberhard Hänsel
Rennwagen E bis 1600 ccm LK I
1. Henrik Opitz
2. Hans Jürgen Vogel
3. Nils Holger Wilms
Gesamtwertung Tourenwagen A bis 1300 ccm
1. Bernd Müller
2. Henry Limmer
3. Hans Joachim Gorgel
Gesamtwertung Tourenwagen A bis 1600 ccm
1. Klaus Gohlke
2. Carsten Wiegand
3. Bettina Sonntag
Gesamtwertung Rennwagen E bis 1300 ccm LK II DDR Bestenermittlung
1. Rainer Schulz
2. Lutz Englowski
3. Stromhardt Kraft
5. Reiner Brand
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
12 Runden = 69,6km, am Start 22, am Ziel 14
1. Steffen GöpelLeipzigMT 77/8925:06,45 = 152,464 km/h
2. Manfred GüntherZwickauLada25:28,23
3. Nils Holger WilmsDresdenMT 77/225:38,82
4. Heinz SiegertGreizMT 77/2
5. Erwin GrasserDFormel Vau
6. Jens SmollichDMT 77 -88
7. Paul DeisenrothD
8. Frank BrendeckeChemnitzMT 77/3
9. Lutz BluetchenDresdenMT 77-B
10. Eberhard HänselBautzenMT 77
11. Reinhardt WeiserBernburgSEG Shiguli
12. Klaus CoderEhrenbergLad
13. Stefan PernerDresdenMT 77
14. Ullrich JurischBautzenMT 77/2
schnellste Runde: Siegert 2:14,78 = 154,919 km/h
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse II   DDR Bestenermittlung
10 Rd = 58km, am Start 14 im Ziel 10
1. Rainer SchulzBautzen25:44,60 = 121,663 km/h
2. Lutz EnglowskiGroßenhain25:56,56
3. Reiner BrandGotha27:02,46
4. Henry BüttnerLeipzig
5. Dieter GeorgGreiz
6. Hans Jürgen Teutschebein Könnern
7. Thorsten Dietrich Leipzig
8. Uwe Brückner Ludwigsfelde
9. Artur Röhlich Naumburg
10. Uwe Lorenz Kali Merkers
Tourenwagen  A bis 600ccm   DDR Meisterschaft
10 Rd = 58km, am Start 22 im Ziel 18
1. Thomas KunadtLeipzig27:55,62 = 112,150 km/h
2. Kai KöglerErfurt28:05,53
3. Ralf UnbehaunErfurt28:20,05
4. Dieter HoffmannGotha
5. Lutz KrampitzFraureuth
6. Ralf GrünewaldSonneberg
7. Jens GaidaLeipzig
8. Jürgen GüttlerChemnitz
9. Ingo KrügerBerlin
10. Erwin RauerLützkendorf
11. Jens RichterGotha
12. Peter NickelNaumburg
13. Günther SchottNeuhaus
14. Hartmut KöppBeelitz
15. Armin FreitagBerlin
16. Jürgen SimonSchmalkalden
17. Mathias NeuberChemnitz
18. Mathias SchmidtRonneburg
schnellste Runde: Schulz 2:47,40 = 124,731 km/h
Tourenwagen  A bis 1300ccm   DDR Meisterschaft
10 Runden = 58km, am Start 17 am Ziel 12
1. Bernd MüllerGreizCitroen23:30,48 = 133,231 km/h
2. Hermann MolitorDSuzuki Swift23:32,08
3. Klaus GohlkeBerlinOpel Corsa23:37,13
4. Klaus Peter SchachtschneiderBeelitzLada
5. Wolfgang KrugGroßenhainLada
6. Hans Joachim GorgelZehdenickLada
7. Ralf GerlBeelitzLada
8. Sieghard SonntagMarienbergLada 2105
9. Henry LimmerNaumburgLada
10. Christoph WetterauBerlinLada 2105
11. Wolfgang WelsFlöhaSkoda
12. Hartmut SelkeKleinmachnowLada
schnellste Runde: Müller 2:33,73 = 135,823 km/h
Text aus "Illustrierter Motorsport" 10/90
Mit einer Träne im Auge ...
"Das geht einem doch schon ganz schön nahe, wenn man weiß, das man zum letzten Male diese Nationalhymmne hört." Mit gemischten Gefühlen stieg Bernd Müller, Sieger des Tourenwagenrennens bis 1300 ccm Hubraum, nach der Siegerehrung vom Podest. Natürlich freute sich der Greizer Citröen Fahrer über einen Erfolg, doch in das Hochgefühl der Freude schlichen sich wehmütige Gedanken.
"Der schöne Motorsport", so Müller "ist heute zu Ende gegangen." Er und seine Fahrerkollegen nahmen beim Frohburger Dreieckrennen Abschied von einer Motorsportszene, die in vielen Belangen internationalen Standards hinterherhinkt. Auf der anderen Seite war der Motorsport in der DDR trotz ständigen Improvisierens und akuten Geldmangels stets von Hilfsbereitschaft und Fairneß geprägt. So stellta dann auch Hermann Molitor, der einzige bundesdeutsche Tourenwagenfahrer bei diesem Rennen, fest: "So fair wie hier geht es bei uns nicht zu. Das Überholen ist auf der engen Piste nie ein Problem gewesen."
Dafür sah Molitor aber ein anderes schwerwiegendes Problem: "Das ist hier wie Rallyefahren". So führt der 5,8 km lange Dreieckskurs mitten durch die Gemeinde Frohburg - vorbei an Häusern, Gräben und Telegrafenmasten. Tourenwagenpilot Klaus Gohlke fügte noch hinzu: "Es ist alles gut, solange man mit seinem Auto auf der Strecke bleibt." Formel-E Fahrer Manfred Glöckner kann das nur bestätigen. Er drehte sich im Training mit seinem MT 77/2 von der Piste und blieb an den Begrenzungssteinen einer Tankstelleneinfahrt hängen. Ein stark demolierter Wagen und eine leichte Knöchelverletzung waren die Folge des fehlenden Sturzraumes.
Der MC Frohburger Dreieck will die Ortsdurchfahrt künftig aus seiner Strecke nehmen . Ob das aber reicht, um 1991 noch Auto- wie Motorradrennen zu bestreiten, darf angezweifelt werden. Die Truppe um Rennleiter Wolfgang Berger ist jedoch optimistisch. Die Termine für das kommende Jahr stehen, die Vorbereitung läuft bereits.
Während der vier Rennen dachten die Fahrer aber weder über ihre sportliche Zukunft noch über die Sorgen des Veranstalters nach. Bernd Müller dachte vielmehr an den Titelkampf mit Henry Limmer aus Naumburg. Müller, der Trainingsschnellste, setzte sich sofort an die Spitze und gab diese bis ins Ziel nicht wieder ab. Dahinter rangierte zunächst Gohlke in einem völlig neu aufgebauten Opel Corsa. In der dritten Runde musste er sich aber beim Langstreckenfahrer Molitor mit seinem Gruppe-N Suzuki Swift GTI beugen. Die beiden Samara-Piloten Klaus Peter Schachtschneider und Wolfgang Krug konnten das Tempo des Trios ebenso wenig halten wie Hans Joachim Gorgel, der seinen Lada 2105 auf Rang 6 steuerte. Und Limmer? Bei ihm lief's nicht so recht. Am Ende sprang nur Platz 9 heraus. Das dürfte in der Meisterschaft die Vorentscheidung gewesen sein.
In der Formel E, Leistungsklasse I, ist dagegen die Entscheidung schon in Frohburg gefallen. Steffen Göpel MT 77-89 und Heinz Siegert MT 77, starteten aus der ersten Reihe. Zu dem erwarteten Zweikampf zwischen den beiden kam es allerdings nicht, da Siegert sich bereits in der ersten Runde drehte und an das Ende des Feldes zurück fiel. Ohne weiteren Druck fuhr der 25jährige Göpel, der auch in der Opel Lotus Challenge startete, einem sichern Sieg entgegen. "Nachdem Heinz weg war" so Göpel "konnte ich es langsam angehen lassen."
Genau das Gegenteil tat Siegert. Er arbeitete sich in einer furiosen Aufholjagd noch auf Platz 4 hinter Manfred Günther und Nils Holger Wilms vor.
Im Trabi Rennen führte zwei Runden lang Tabellenführer Kai Kögler, dann ging Thomas Kunadt an ihm vorbei. In der 8. und vorletzten Runde flog Kögler in der Zieleingangskurve noch in den Strohballen. Dennoch rettete er seinen 2. Rang hinter Kunadt ins Ziel.
Erstens kommt es anders ...
Mitten im Training zum Frohburger Dreieckrennen überraschte der ADMV die Tourenwagen-Fahrer mit einer Reglementsänderung zur laufenden Meisterschaftsserie.
Gingen die Piloten bislang noch davon aus, das die beiden Klassen bis 1300 und 1600 ccm Hubraum gemeinsam gewertet würden, verkündeten die Sportbosse aus Berlin völlig überraschend, dass es 1990 nur einen Meister geben wird - und der kommt aus der kleinen Klasse.
In der 1.6-Liter-Klasse soll lediglich eine Bestenermittlung stattfinden. Der Beste ist bereits bekannt: der Berliner Klaus Gohlke, Opel Corsa Gsi, der mit haushohem Vorsprung an der Tabellenspitze liegt. Das - so war unter vorgehaltener Hand zu hören - muss aber noch nicht das letzte Wort gewesen sein. Vielleicht erfährt auch Gohlke noch offizielle Meisterwürden. Unklar ist den ADMV Funktionären weiterhin, wie die bisher vergebenen Punkte ausdividiert werden, ob in der 1300er Klasse noch Zusatzpunkte für den Schnellsten vergeben werden - Fragen aber keine Antworten.
Ebenfalls unklar ist, ob das rennen in Most noch zur Meisterschaft zählen wird. In Frohburg wurden die Fahrer zum Nennen animiert, denn mindestens 20 Fahrer sollen in jeder Klasse antreten - so ist es mit dem Veranstalter vereinbart.
In Frohburg griffen die Tourenwagenfahrer nun zur Eigeninitiative. Kein Wunder bei derart unklaren Verhältnissen. Die Piloten wollen für 1991 eine regionale Meisterschaft, den Sachsen-Thüringen-Pokal ins Leben rufen. Der ADMV sieht darin aber keine Zukunft. So erklärte Sportsekretär Horst Seidel: "Unsere Tourenagen hinken technisch hinterher. Ich sehe für sie keine Zukunft. Höchstens für die Trabis, die in der Gruppe H überleben könnten."
Text: Manfred Kolbe
©IMS 1990
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
1. Steffen GöpelLeipzigMT 77/892:56,9
2. Hans Dieter KesslerKali MerkersMT 77/22:57,8
3. Heinz SiegertGreizMT 77/23:03,6
4. Manfred KuhnPost BerlinDK1
5. Nils Holger WilmsDresdenMT 77/2
Unfall Jürgen StiebritzGraefentonnaSticher
Tourenwagen  A bis 600ccm   DDR Meisterschaft
1. Kai KöglerErfurt3:33,2
2. Thomas KunadtLeipzig3:42,4
3. Ralf UnbehaunErfurt3:44,0
4. Jörg MosslerMagdeburg
5. Erwin RauerLützkendorf
Tourenwagen  A bis 1300ccm   DDR Meisterschaft
1. Klaus GohlkeBerlinOpel Corsa3:18,7
2. Henry LimmerNaumburgLada 21053:32,4
3. Peter VoigtMarienbergLada 21053:35,7
4. Sieghard SonntagMarienbergLada Samara
5. Hans Joachim GorgelZehdenickLada
DQ Klaus Peter SchachtschneiderBeelitzLada
DQ Lutz BintingBeelitzLada
Tourenwagen  H bis 1000ccm
1. Jürgen HessbergerDAutobianchi
Rennwagen  E bis 1300ccm LK II   DDR Bestenermittlung
1. Uwe LorenzKali MerkersMT 77-33:23,8
2. Lutz EnglowskiGrossenhainMT 773:24,7
3. Uwe BruecknerLudwigsfeldeMT 773:26,3
4. Rainer SchulzeBautzenMT 77-23:26,4
5. Reimund SeidenfadenSangerhausenMT 773:29,4
6. Peter SaupeBornaMT 77-813:32,1
7. Frank SchierigMarienbergMT 773:33,3
8. Lothar SchaarKW DresdenHTS3:34,3
9. Dieter GeorgGreizMT 77-23:38,3
10. Hans Jürgen TeutschebeinKoennernLada3:39,5
11. Stromhardt KraftFts NeustadtMT 77-13:39,7
12. Klaus GuentherRonneburgMT 773:42,4
13. Reiner BrandGothaMT 773:43,1
14. Artur RoehlichNaumburgWK 82-883:47,4
15. Rockstroh3:59,0
16. Horst HauserStendalMT 77-24:08,7
Tourenwagen  A bis 600ccm   DDR Meisterschaft
1. Dieter HoffmannGotha29:47,54
2. Ralf UnbehaunErfurt29:53,90
3. Lutz KrampitzFraureuth30:00,33
4. Jens GaidaLeipzig
5. Peter NickelNaumburg
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
1. Chris VoglerD/HeilbronnReynard VW24:26,88
2. Ulli MelkusPost DresdenMB 9024:27,61
3. Henrik OpitzBetonwerk DresdenMT 77-225:10,03
4. Nils Holger WilmsDresdenMT 77/2
5. Jens SmollichDMT 77 -88
7. Reiner BrandGothaMT 77 -88
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse II   DDR Bestenermittlung
1. Frank SchierigMarienbergMT 77
Tourenwagen  A bis 1300ccm   DDR Meisterschaft
1. Klaus GohlkeBerlinOpel Corsa24:33,25
2. Bernd MuellerGreizCitroen AX24:42,84
3. Henry LimmerNaumburgLada 210524:49,05
4. Hans Joachim GorgelZehdenickLada
5. Ralf GerlIFA BeelitzLada 1300
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
1. Chris VoglerD/HeilbronnReynard VW20:21,14
2. Hans Dieter KesslerKali MerkersMT 77/221:210,59
3. Heinz SiegertGreizMT 77/221:18,29
4. Henrik OpitzBetonwerk DresdenMT 77-2
5. Dietmar IsenseeStendalMT 77
Text aus "Illustrierter Motorsport" 7/90
Zweimal schlug der Blitz ein
Nach dem Auftaktrennen auf dem Schleizer Dreieckkurs kämpften die Teilnehmer um die DDR-Rennsportmeisterschaft zunächst zweimal in der Bundesrepublik Deutschland um Punkte - beim Flugplatzrennen in Wunstorf und beim Jan Wellem Pokal auf dem Nürburgring. Anschließend kehrten sie nach Thüringen zurück, um den Heuberg zu erklimmen.
Die rund 150 Starter schienen nach wie vor gut motiviert. Dabei dürfte es im Zug der deutsch-deutschen Vereinigung auch auf dem Gebiet des Motorsports noch eine ganze Reihe Fragezeichen geben. Helmut Assmann, Rennleiter am Heuberg und Top-Tuner aus Gotha (aus seiner Werkstatt stammen die schnellsten Trabis), ist fest davon überzeugt, dass die Zweitakter im kommenden Jahr noch um Punkte und Titel fahren dürfen: " Wir sind auf der Höhe der Zeit. Zumindest die führenden Trabant werden in Kürze einen Ein-Weg-Katalysator haben, der die Schadstoffwerte um 75 Prozent reduziert." Der 62-jährige Entwicklungsingenieur und 14malide DDR-Meister hofft, so den Abschied von den ans Herz gewachsenen Renn-Pappen, die noch einen recht preiswerten Motorsport ermöglichen, hinauszögern zu können. Doch er sollte an die Worte Gorbatschows denken, dass der bestraft wird, der zu spät kommt ...
Doch wenden wir uns dem aktuellen Geschahen zu. Beim Gastspiel auf dem Grand Prix Kurs des Nürburgring hatte Dieter Hoffmann mit seinem 75 PS starken Trabi die Nase vorn. Mit rund 6 Sekunden Abstand folgte ihm Ralf Unbehaun vor Lutz Krampitz. Welches Leistungsgefälle in der Trabi-Klasse herrscht, wurde bereits beim Viertplatzierten deutlich: Jens Gaida hatte eine knappe Minute Abstand zur Spitzengruppe und das bei einer Rennlänge von nur 54 km.
Bedauert wurde, dass am Nürburgring mit Kai Kögler der Favorit und einer der ganz heißen Meisterschaftsanwärter fehlte. Am Heuberg schlug Kögler dafür zu. Nach dem Trainingslauf, den er mit 1:50,6 Minuten mit Bestzeit vorlegte, jagte er den Zweitaktboliden bei den beiden Wertungsläufen i exakt 1:46,6 Minuten die 3 Kilometer lange dicht bewaldete und an keiner Stelle durch Leitplanken gesicherte Strecke hinauf. Ein Tempo, das die Autobianchi-Piloten aus der BRD, die hier zu einem Cup-Lauf angetreten waren, trotz der 400 Mehrkubikzentimeter ihrer Triebwerke nicht mithalten konnten. Ihr Sieger, Jürgen Hessberger, musste sich mit einer Zeit von 1:48,8 Minuten begnügen.
Mit einer um neun Sekunden schlechteren Gesamtzeit sicherte sich Thomas Kunadt den zweiten Platz in diesem Rennen. Den dritten Rang belegte Ralf Unbehaun.
Mit Spannung erwarteten die rund 4000 Zuschauer die Fahrzeuge der Gruppe A bis 1600 ccm Hubraum. Weder in Schleiz noch in Wunstorf war die Lada-Truppe unter Führung von Hans Joachim Gorgel in der Lage, den in Opel-Diensten stehenden Klaus Gohlke auf seinem Corsa Gsi zu schlagen. So sah man bei der Opel-Crew auch am Heuberg nur optimistische Gesichter. Und dieser Optimismus bestätigte sich im Training wie im Rennen. Gohlke kochte die Konkurrenz locker ab. Im Kampf um die Ehrenplätze siegte Henry Limmer vor Peter Voigt (beide Lada 2105) und Sieghard Sonntag (Lada Samara). Für Hans Joachim Gorgel, dem früheren Partner und langjährigen Freund von Gohlke, blieb nur der 5. Platz.
Auf ihre ganz spezielle Art legten Klaus Peter Schachtschneider und Lutz Binting das Sportgesetz für sich aus. Schachtschneiders Ladamotor streikte nach dem ersten Rennlauf. In der Kürze der Zeit war das Triebwerk nicht zu reparieren. Markengefährte Binting bot daraufhin dem DDR-Kollegen sein Auto an - angeblich mit Zustimmung des Rennleiters. So ein paar Startnummern sind ja behände umgeklebt. Allerdings blieb der Liebesdienst vergebens, denn Citröen Fahrer Bernd Müller und Josef Schimm, Mitarbeiter der Opel-Sportabteilung und damit zuständig für die Betreuung von Klaus Gohlke, intervenierten massiv bei der Rennleitung. Damit verschwanden die Namen Schachtschneider und Binting aus den Ergebnislisten.
Das Rennen der Formel Mondial war natürlich überschattet vom Fehlen Ulli Melkus'. Doch wie von den Fahrern des Teams, Bernd Kasper und Nils-Holger Wilms zu hören war, soll es unter der Leitung Ullis Bruder Peter Melkus weitergehen. Im ennen kam es zum beinharten Duell zwischen Steffen Göpel (MT 77) und Hans Dieter Kessler (MT 78), der im ersten Lauf die Bestzeit markierte. Nach Addition der Wertungsläufe hatte der für die KV Leipzig startende Göpel die Nase vorn. Und das mit einem nur 1300er Motor! Eine wirklich tolle Leistung. Aöls Dritter auf dem Siegerpodest durfte Heinz Siegert (MT 77-2) Pokal und Ehrenpreis entgegen nehmen. Unzufrieden mit seinem 5. Platz war Nils Holger Wilms. Seinem ML-89 mangelte es auf dem recht welligen Kurs an Traktion, obwohl man nach dem Training einen grossen Heckflügel für mehr Anpressdruck der Hinterräder montiert hatte.
Wie gefährlich die Strecke am Heuberg vor allem für Formelfahrzeuge ist, zeigte der Unfall von Jürgen Stiebritz. Er zerschellte mit seinem Sticher im Wald. Das Auto wurde völlig zerstört. Stiebritz kam zum Glück mit Bein und Rippenbrüchen davon. Fazit: sieht man mal von der mangelnden Streckensicherheit ab - die allerdings ein bedeutendes Manko darstellt - so bot sich das Bild eines von allen Beteiligten mit viel Idealismus betriebenen Rennens. Organisation wie Fahrer, alles Amateure und mit wenigen Mitteln ausgestatte, gaben ihr Bestes. Ob das aber reicht bei einer immer stärkeren Professionalisierung des Motorsports nun auch in der DDR, bleibt abzuwarten. Doch bei allen Problemen, die sich deutlich abzeichnen, bin ich optimistisch, dass der Motorsport in der DDR "die Kurve kriegt".
Text: Wolfgang Rempath
©IMS 1990
Poznan (PL) Tourenwagen  A bis 600ccm
  DDR Meisterschaft
1. Kai KöglerErfurt
2. Dieter HoffmannGotha
3. Lutz KrampitzFraureuth
4. Ralf UnbehaunErfurt
5. S. RuemplerErfurt
6. Mirko ElsElan Chemnitz
Unfall Jörg MosslerMagdeburg
DNS Thomas KunadtLeipzigMotor im Training
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse II  
Rennen nach Bergmodus
(Pos. Rennen 1)
1. (4.) Lutz EnglowskiGroßenhain2:54,10
2. (5.) Rainer SchulzBautzen2:54,38
3. (3.) Raimund SeidenfadenSangerhausen2:55,15
4. (6.) Stromhard KraftNeustadt
5. (8.) Dieter GeorgGreiz
6. (11.) Reiner BrandGotha
7. (9.) Uwe LorenzKali Merkers
8. (12.) Horst HauserStendal
9. (14.) Frank JuhrteKahsel
10. (13.) Randy RoehlichNaumburg
11. (15.) Burkhard Eichhorn
12. (10.) Lothar SchaarDresden
13. (7.) Henry BuettnerLeipzig
14. (2.) Frank SchierigMarienbergDNF
15. (1.) Peter SaupeBornaDNF
Der große Tag für die Fahrer aus Sachsen
Zum zweiten Mal veranstaltete der MC Kahsel auf der Autobahn zwischen Forst und Bademeuchel ein Rennen für Motorräder und Automobile. Auf der 3 Km langen mit Schikanen gespickten Strecke wurde nach einem Zeitmodus gefahren, der ansonsten für Bergrennen üblich ist. Die insgesamt 71 Akteure begaben sich also in ihren beiden Läufen einzeln auf die Piste.
Besonders die sächsischen Rennpiloten hatten einen guten Tag erwischt. Der Hohensteiner Torsten Illgen erwies sich als absoluter Triumphator. Nach seinem klaren Sieg in der 125 ccm Lizenzklasse errang er hinter dem Auerbacher Gerd Schiemank auch noch den 2. Platz in der Viertelliterklasse.
Text: Georg Zilonkowski
© IMS 1990
Tourenwagen  A bis 600ccm   DDR Meisterschaft
1. (1.) Peter NickelNaumburg3:16,14
2. (2.) Armin FreitagPost Berlin3:27,28
3. (3.) Mathias SchmidtRonneburg3:28,67
4. (4.) Ingo Krueger
Tourenwagen  A bis 1300ccm   DDR Meisterschaft
1. (1.) Peter VoigtWismiut Aue3:03,02
2. (2.) Justus WetterauPost Berlin3:07,80
3. (3.) Mario NoackPost Berlin3:10,85
Pokallauf
1. Frank SchierigFormel2:45.582
2. Peter SaupeFormel2:49.709
3. Lutz EnglowskiFormel2:52,246
4. Rainer SchulzFormel
5. Frank JuhrteFormel
6. Horst HauserFormel
7. Dieter GeorgFormel
8. Peter VoigtTourenwagen
9. Reiner BrandFormel
10. Joerg Christoph WetterauTourenwagen
11. Mario NoackTourenwagen
12. Lothar SchaarFormel
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
1. Frank ThalmannLeipzigMT 77/8921:07,45
2. Manfred GüntherZwickauLada21:32,33
3. Heiko PeterLeipzigMT 77-8321:56,38
4. Eberhard HänselBautzenMT 77
5. Jürgen BurkhardtBornaMT 77
6. Mathias StarkSchleizMT 77
Rennwagen  E bis 1600ccm Leistungsklasse I   DDR Meisterschaft
1. Frank BrendeckeChemnitzMT 77/320:55,56
2. Hans Jürgen VogelHermsdorfMT 77-221:11,49
3. Henrik OpitzBT DresdenML 8921:17,59
4. Stefan PernerDresdenMT 77
Rennwagen  E bis 1300ccm Leistungsklasse II   DDR Bestenermittlung
1. Stromhardt KraftF.Neustadt19:26,54
2. Raimund SeidenfadenSangerhausen19:44,39
3. Lutz EnglowskiGroßenhain19:52,41
4. Reiner BrandGotha
5. Frank SchierigMarienberg
6. Rainer SchulzBautzen
Tourenwagen  A bis 600ccm   DDR Meisterschaft
DQ Jörg MosslerMagdeburg
1. Ralf UnbehaunErfurt24:32,56
2. Kai KöglerErfurt25:34.25
3. Dieter HoffmannGotha25:49,24
4. Ralf GrünewaldSonneberg
5. Lutz KrampitzFraureuth
6. Jens GaidaLeipzig
Tourenwagen  A bis 1300ccm   DDR Meisterschaft
1. Bernd MüllerGreizCitroen24:25,64
2. Henry LimmerNaumburgLada24:32,13
3. Ralf GerlBeelitzLada24:34,00
4. Lutz BintingBeelitzLada
5. Hans Joachim GorgelZehdenickLada
6. Sieghard SonntagMarienbergLada 2105
DNF Klaus GohlkeBerlinOpel Corsa
DNF Klaus Peter SchachtschneiderBeelitzLada
Tourenwagen  A bis 1600ccm   DDR Meisterschaft
1. Klaus GohlkeBerlinOpel Corsa23:32,31
2. JanaschkFord Escort1 Rd.zur.
3. Carsten WiegandBerlinPeugeot 2051 Rd.zur.
Text aus "Illustrierter Motorsport" 11/90
Abschied wurde zum Trauerspiel
Trister ging es nimmer! Nebel, leere Ränge, nicht einmal Kränze und Pokale für die Sieger - die Abschiedsvorstellung des Automobilrennsports der DDR geriet zum Trauerspiel. Umso lobenswerter der Einsatz der Rennfahrer, die noch mal richtig zur Sache gingen und ordentlichen Sport boten.
In der Altherrenriege, also bei den "dicken" Tourenwagen bis 1300 ccm Hubraum holte sich mit einem sicheren Sieg der Greizer Bernd Müller den Titel. Es gab kein Problem mit dem klaglos laufenden Citröen AX GT. Auf den Plätzen dahinter ging es haarig zu. Klaus Peter Schachtschneider heizte mit dem Samara was das Zeug hielt. Leider war es nur ein Strohfeuer. Mit einem abgerissenen Ventil perforierte er den Kolben. Heiß waren auch die "Senioren" Hans Joachim Gorgel und Sieghard Sonntag. Sonntag rackerte mit letztem Einsatz, musste letztendlich aber die Überlegenheit Henry Limmers und Gorgels, alle auf Lada 2105, anerkennen. Dabei leistete sich Gorgel, Meisterschaftsdritter, sogar noch einen Dreher. "War ich wohl wieder zu langsam" flachste der Spaßvogel. Der Lada wird nun eingemottet. "Möglich das in 20 Jahren mal jemand sehen will, wie so ein Ding aussah".
Unschönes Hickhack dagegen in der Klasse bis 1600 ccm. Erst Meisterschaft, dann wieder nicht. Egal, was sich die Verantwortlichen beim ADMV einfallen lassen, Klaus Gohlke auf Opel Corsa Gsi ist auf jeden Fall ein Meister, Wenn er am Start war, sahen alle anderen Driver nur die Rücklichter. Nach der überzeugenden Vorstellung von Most dürfte wohl endgültig klar sein, das ist der DDR Meister. Klaus Gohlkes Zukunft 1991 bei Opel scheint sicher zu sein.
Auch die Trabant haben eine. Wer hätte das gedacht. Siehe da. Die ONS spielt mit und lässt sie weiter in der Gruppe H starten.
Standesgemäß kam der letzte Meister aus der Schmiede des Gothaers Helmut Assmann. Mit respektablen Abstand stand Kai Kögler schon vor Most als Champion fest. Der Erfurter fuhr sich nochmals auf die Dritte Position, aus der am Ende sogar eine Zweite wurde, da der Magdeburger Jörg Mossler seinen Sieg abgeben musste. Sein Trabi war durch unerlaubtes Entfernen der Radkästen zu leicht geworden. Sieger wurde somit Ralf Unbehaun auf einem Assmann-Trabant.
Den Schlusspunkt setzten wie üblich die Rennwagen der Formel E bis 1300 und 1600 ccm Hubraum im gemeinsamen Lauf über 12 Runden. Die große Klasse war es leider nicht. Ein durch Taktik geprägtes Rennen ohne große Höhepunkte. Steffen Göpel stand ohne hin als E 1300 Meister fest. Deshalb bastelte er an seiner motorsportlichen Zukunft und startete in Hockenheim auf Opel Lotus. So war das Rennen eine klare Sache für Frank Thalmann. Dahinter verabschiedeten sich ein gut aufgelegter Manfred Günther, als zweiter in der Meisterschaft, vom Rennsport.
Dietmar Isensee, einer der "Senioren" aus der Klasse E 1600 nahm ebenfalls Abschied aus dem Formelsport und brachte seinen Frust so zum Ausdruck: "Ich war nicht böse, dass ich meinen Rennen im Training sauer rührte. Es gab ja ohnehin keine Siegerkränze. Die Lust am Motorsport wurde mir dadurch auch nicht genommen, nächstes Jahr geht's auf die Langstrecke" sprach's und rückte ab in Richtung heimatliche Werkstatt.
Text: Werner Warnske
©IMS 1990
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